
Lumbale Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gründen für eine ärztliche
Konsultation in der Schweiz. Bisher fehlte ein konsolidierter, schweizweit gültiger Standard für die interventionelle Abklärung und Therapie.
Die neue Leitlinie schliesst diese Lücke und gibt konkrete Empfehlungen zu
Indikationsstellung, Patientenselektion und Verfahrenswahl. Sie wurde von einer
interdisziplinären Arbeitsgruppe der SSIPM auf Basis aktueller Evidenz, internationaler
Leitlinien und der klinischen Erfahrung Schweizer Zentren erarbeitet und in einem
mehrstufigen Konsensverfahren verabschiedet.
Im Zentrum stehen die strukturierte Abklärung, die differenzierte Indikation für epidurale
Injektionen, Facettengelenk- und SI-Gelenk-Interventionen sowie die
Radiofrequenzablation. Ergänzt werden die Empfehlungen durch klare Kriterien für die
Nachsorge und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Hausärztinnen und Hausärzten, Physiotherapie und Psychologie.

Die SSIPM begleitet die Einführung der Leitlinie mit einem umfassenden Bildungs- und Kommunikationsprogramm. Ziel ist es, dass die Empfehlungen rasch und einheitlich in der täglichen Versorgung ankommen.
3.1 Fortbildungen und Webinare
Im Rahmen des SSIPM-Curriculums werden gezielte Module zur neuen Leitlinie angeboten.
Ergänzend stehen kostenfreie Online-Webinare zur Verfügung, in denen die Autorinnen und Autoren der Leitlinie konkrete Fallbeispiele diskutieren.
3.2 Kurzfassung für die Praxis
Für den klinischen Alltag steht eine kompakte Kurzfassung zur Verfügung – inklusive Flussdiagrammen zur Indikationsstellung und einer Übersicht über die wichtigsten
Empfehlungen auf einer Seite.
3.3 Zugang für Mitglieder
Die vollständige Leitlinie steht Mitgliedern im geschützten Bereich kostenlos zur Verfügung.
Nicht-Mitglieder können die Kurzfassung über die SSIPM-Website beziehen.
Mit der neuen Leitlinie erhält die Schweizer Schmerzmedizin einen einheitlichen,
evidenzbasierten Standard für eine der häufigsten Indikationen. Sie stärkt die Qualität und
Sicherheit interventioneller Verfahren und unterstützt Ärztinnen und Ärzte bei einer
transparenten, patientenzentrierten Versorgung.
Die SSIPM wird die Leitlinie regelmässig überprüfen und an neue Evidenz anpassen.
Rückmeldungen aus der Praxis sind dabei ausdrücklich erwünscht.